Vorfreude auf den Umzug nach Biebesheim

Verlagerung der Wohneinrichtung Erfelden des SPV in neue Räume in Biebesheim

Viele Besucher feierten die Einweihung der neuen Wohneinrichtung Biebesheim des Sozialpsychiatrischen Vereins Kreis Groß-Gerau e.V. (SPV).
17 chronisch psychisch erkrankte Männer und Frauen, die vormals in der Wohneinrichtung in der Wolfskehler Straße in Erfelden lebten, werden noch im Januar in ihr neues Zuhause einziehen.
Vorab gab es nun für Angehörige, Nachbarn, Kooperationspartner und Mitarbeiter anderer Dienststellen des SPV die Möglichkeit, die bis auf wenige Restarbeiten fertiggestellte Wohneinrichtung zu besichtigen.

Das Betreuerteam bot Führungen durch das dreistöckige Gebäude an und viele Besucher tauschten sich in gemütlicher Runde bei einem Imbiss miteinander über die neue Einrichtung aus.
Renate Marquardt-Keil, Leiterin der Wohneinrichtung, dachte zurück an die Anfänge des Wohnheims Erfelden: „Die Wohneinrichtung in Erfelden, vorher ein Alten- und Pflegeheim, wurde im Zuge der Enthospitalisierung ein Zuhause für Männer und Frauen, die vorher lange Jahre auf dem Klinikgelände des Philippshospitals gelebt hatten. Sie kehrten zurück in die Gemeinde und es gelang über die Jahre, dort gemeinsam eine gute Nachbarschaft zu leben.“
In den letzten Jahren war jedoch immer deutlicher geworden, dass die Wohnqualität in der Einrichtung nicht mehr den heute gängigen Standards, auch aufgrund der fehlenden Barrierefreiheit, entsprach und die Gruppengröße von 17 Bewohnern machte es zunehmend schwierig, gruppendynamisch zu arbeiten.
In der neuen Wohneinrichtung in Biebesheim wird es nun 2 Wohngruppen geben. Zwei Bewohner leben zudem in je einem Appartement im Obergeschoß. Jedes Bewohnerzimmer verfügt über ein eigenes, barrierefreies Bad.
Die Aufregung und Vorfreude unter den Bewohnern und Mitarbeitern ist groß und es wird gepackt für den bevorstehenden Umzug. Neben organisatorischen Fragen gilt es auch, sich in die Ängste und Unsicherheiten mancher Bewohner einzufühlen, denn für viele ist es eine große Reise in eine ganz neue Umgebung.

Renate Marquardt-Keil dankte allen Unterstützern und Wegbegleitern herzlich und formulierte einen großen Wunsch des Teams: „Für das Ankommen in Biebesheim wünschen wir uns eine Gemeinde, die uns offen aufnimmt, Nachbarn, die uns begegnen und die fragen, wenn sie etwas nicht verstehen, die mal auf einen Kaffee hereinschauen. Wir möchten Begegnung und gute Nachbarschaft und werden unseren Teil aktiv dazu beitragen.“

Betriebsräte radeln zugunsten Kinder psychisch kranker Eltern

Jeder Kilometer einer Radtour wurde mit einem symbolischen Euro bedacht und nun dem Projekt „Kaktus“ des SPV in Biebesheim gespendet

Ein wunderschönes Kunstwerk aus Geldscheinen überreichten der Betriebsratsvorsitzende der Firma Merck, Michael Fletterich, und seine Kollegin Sandra Monja Scherer dem Kaktus Projekt des Sozialpsychiatrischen Verein Kreis Groß-Gerau e.V. in Biebesheim.
1150 Euro waren zusammengekommen dank einer Fahrradtour im Spätsommer, bei der fünf Mitglieder des Betriebsrates eine 575 km-Strecke entlang der Spree und Havel von Bautzen nach Stendal geradelt waren. Wie es schon einige Jahre gute Tradition ist, sammelten die Radfahrer bei den Kollegen für die geleisteten Kilometer Spenden für einen guten Zweck.
Begeistert erzählt Michael Fletterich von vergangenen Touren entlang von Rhein und Mosel. Im nächsten Jahr plant man bereits eine Fahrt rund um die Müritz. Die Strampelei macht allen viel Spaß und durch die Spendenaktion tun die Betriebsräte dabei auch noch eine Menge Gutes.

Die Idee für die diesjährige Spendenaktion bekam Michael Fletterich durch Zeitungslektüre im Herbst. Dank eines Berichts erfuhr er von dem Angebot für Kinder psychisch kranker Eltern in Biebesheim. „Jetzt wohnt man nebendran und kennt Projekte in der nächsten Umgebung nicht“, zeigte er sich damals verwundert und schlug das Kaktus-Projekt seinen Kollegen vor, die viel Interesse an den Nöten dieser besonderen Kinder zeigten.

Der Sozialpsychiatrische Verein Kreis Groß-Gerau e.V. (SPV) bietet seit einigen Jahren am Standort Biebesheim im Rahmen des Projekts „Kaktus“ Gruppen für Kinder psychisch kranker Eltern an. Diese Angebote der sozialen Gruppenarbeit haben das Ziel, Kinder und Jugendliche, die mit psychisch erkrankten Elternteilen aufwachsen, in ihrer Entwicklung zu stärken. Die Kinder erleben, dass sie nicht als Einzige davon betroffen sind und sich mit anderen betroffenen Kindern austauschen können. „Wir zeigen Wege auf, mit der Situation umzugehen und vermitteln Normalität“, erzählt Panja Göttling vom SPV, die das Kinderprojekt aufgebaut hat und seit Jahren begleitet. „Die Kinder in unseren Kaktus-Gruppen fühlen sich oft allein, ausgegrenzt und unverstanden. Sie lernen dann im Austausch mit anderen Kindern in ähnlichen Lebenssituationen, dass sie eben nicht allein mit ihren Sorgen sind“.